Ein A**** voll Cyber?!

Statt eine schwere Tasche spazieren zu tragen, möchte ich nur das Nötigste auf dem Congress mitführen. Meine „Ausrüstung“ darf im Assembly im Weg liegen.
Was also brauche ich im CCH wirklich?

  • ein DECT-Telefon
  • eine Mate-Flasche
  • ein Gadget mit augenfreundlich großem Display

Wo gibt es eine Tasche in die genau das hinein passt? Jedenfalls nicht in meinem Schrank. Dafür liegen dort kaputte Hosen, die nur als Stoffvorrat aufgehoben wurden.
Wie das zusammen passt, erkläre ich gar nicht groß. Vier Fotos sollten jedem reichen. Mir reichten zwei Haken, ein Reißverschluss und Kram aus dem Archiv.

Tasche 4
Der Reißverschluss deckt genau den Table-PC ab. Für die Mate-Flasche bleibt eine Seite immer offen.

Tasche 3
Taschentücher (nicht im Bild) passen natürlich auch noch rein.

Tasche in Aktion 1
DECT und Flasche sind immer griffbereit.

Tasche in Aktion 2
Der Cyber-Hintern in Aktion?!

Marzipan für alle

Erinnert ihr euch an die Peinlichkeit der Werbeleute von Niederegger? Die wollen ihren Käufern einreden, es gäbe männliches und weibliches Marzipan.
Nun hat die Blüte des Mandelbaums sicherlich männlichen Pollen und eine weibliche Nabe. Aber man muss in Bio schon sehr tief geschlafen haben, um zu glauben, auch die ausgereiften Mandeln hätten ein Geschlecht. Oder es gäbe Rezepturen, die nur für Männchen genießbar wären.

Kurz gesagt: Der Mandelbaum (Prunus dulcis) ist einhäusig. Ob Mandelprodukte für euch essbar sind, richtet sich nach euren Allergien, sonst nichts.

Da wir damit anscheinend zu gebildet sind, um zur neuen Zielgruppe von Niederegger zu zählen, wollten wir wissen, ob wir auch praktisch genug sind, um unser Marzipan einfach selbst herzustellen. Es lebe die Unabhängigkeit vom zunehmend durchdrehenden Marzimarkt!

Als Grundrezept probierten wir zunächst:

  • 100g blanchierte Mandeln
  • 50g Puderzucker
  • wenige Tropfen Rosenwasser
  • Im Smoothie-Mixer pürieren, dann in Brotform kneten.

Das Ergebnis war gut, aber viel zu süß. Deshalb ersetzten wir den Zucker durch zwei große Löffel Rapshonig.
Fertig war das perfekte Marzipan! Mit einer Zubereitungszeit von unter 5 Minuten ist es auch deutlich effizienter, als zum Laden zu gehen und Fertigmarzipan zu kaufen.

Jetzt galt es noch, das beliebte Orangen-Marzipan nachzubauen. So hat es auf Anhieb geklappt:

  • 100g blanchierte Mandeln
  • 50g Rapshonig
  • 2 Esslöffel Orangeat
  • 4 Tropfen Orangenöl
  • Im Smoothie-Mixer pürieren, dann in Brotform kneten.

Marzipan

Welche Sorte liegt noch nahe? Natürlich Schokolade! Hier fand sich endlich ein gutes Einsatzgebiet für Kakaonibs.

  • 100g blanchierte Mandeln
  • 50g Rapshonig
  • Kakaonibs einfach schütten
  • 1 Messerspitze Vanille
  • Im Smoothie-Mixer pürieren, dann in Brotform kneten.

Dann mussten noch Reste aus dem Küchenschrank herhalten, zum Beispiel gemahlene Haselnüsse von Weihnachen, Kokossirup aus einem falschen Geschenk. So kam es zum exotischen Nougatartigen:

  • 50g blanchierte Mandeln
  • 50g gemahlene Haselnüsse
  • 50g Rapshonig
  • 1 Teelöffel Kokos-Getränkesirup
  • 1 Messerspitze Vanille
  • wenige Tropfen Rosenwasser
  • Im Smoothie-Mixer pürieren, dann in Brotform kneten.

Damit es nach klassischen Maripanbroten und -riegeln aussieht, fehlte nur noch Zartbitter-Kuvertüre:

Marzipan mit Schokoguss

Wohin nun mit den übrigen Mandeln? Alle rein in den Mixer! Der bekam nicht alle sofort klein. In die Masse mit ganzen Mandeln gehörten noch mehr ganze Früchte. Hmmm… Melonen? Na gut, die schnitten wir dann doch lieber klein. Weil der Melonensaft den Teig zu flüssig machte, formten wir daraus Törtchen und schoben sie bei 200 °C in den Ofen, bis sich eine knusprige Kruste darauf bildete.

Melonenmarzipantörtchen! Das muss Nieder-mit-Egger erstmal nachmachen.

Melonenkuchen mit ganzen Früchten

Schlüsselhaken schnell und einfach

Im Winter hatte ich an einer Biberspuren-Kartierung teilgenommen. Dabei fand ich einige schöne, von Bibern abgenagte Zweige.
Zu Hause lagen diese Souvenirs dann herum. Genauso lagen meine Schlüssel herum. Was liegt da näher, als beides zu kombinieren?

Zutaten: Ein Biberkartierer-Souvenier, zwei Fäden, sechs dünne Schraubhaken und ein Piekser zum Vorbohren.

Schlüsselzweig

Biber bevorzugen möglichst weiches Holz. Davon nagen sie die Rinde ab, das Innere lassen sie meistens liegen. In das weiche, bereits säuberlich geschälte Weidenholz ließen sich die Haken mit der bloßen Hand hinein drehen.

Als Befestigung wurden zwei weitere Haken in die Wand gedreht, was dank Gipskarton ebenfalls mit der Hand ging.

Schlüsselzweig-Befestigung

Nun führt der abgenagte Zweig ein würdevolles Deko-Dasein – und die Schlüssel sind endlich sortiert.

Billiger Glitzerschmuck

Im Mai ist wieder „Maker Faire“. Da diesmal ganze Schulklassen aufs Gelände gescheucht werden sollen, überlege ich gerade, was man mit unmotivierten Gören gerade noch so basteln kann. Erstes Zwischenergebnis ist ein modulares LED-Schmuckstück, das sich mit einem Druckknopf auf Ringe, Armbänder, Haarspangen etc. klipsen lässt.

Glitzerschmuck in Teilen und als Ring

Zuerst bereiten wir die später sichtbare Seite der Batterie vor: Eine Druckknopf-Hälfte wird mit „Wire Glue“ auf den Pol geklebt.
Daneben isolieren wir einen Flecken mit Lack, den dort wird später die Druckknopf-Hälfte für den anderen Pol aufgeklebt.

Batterie - Schritt 1

Jetzt wird ein Stück isolierter Draht an eine weitere Druckknopf-Hälfte gebunden und ganz eng geknickt.

Batterie - Schritt 2

Das Ende mit dem Druckknopf kleben wir mit Sekundenkleber auf den lackierten Flecken …

Batterie - Schritt 3

… und das lose Ende mit „Wire Glue“ auf die Rückseite.
Nicht auf dem Foto, dennoch wichtig: Bitte neben den Leimklecks eine weitere Druckknopf-Hälfte mit Sekundenkleber aufkleben. Dort werden später die Schmuckstücke angeklemmt.

Batterie - Schritt 4

Während die Batterie trocknet, ist viel Zeit, um bunte LEDs an die Oberseiten der Druckknöpfe zu binden. Sie werden später auf die Pole geklemmt.

Leuchtdiode

Außerdem brauchen wir noch Schmuck-Rohlinge als Träger. Hier sind zum Beispiel ein „Rubinring“ und eine Haarspange, jeweils mit einem Druckknopf in den später die Batterie mitsamt Aufbau geklemmt werden kann.

Glasperlenring
Haarspange

Insgesamt hat sich nun dieser Kram angesammelt:

Einzelteile

Wenn es mal zu dunkel zum Lesen ist, steckt man daraus die Finger-Lampe zusammen.

Anwendungsbeispiel

Je nach Anlass wandern die Batterie und eine LED in passender Farbe schnell auf verschiedene Schmuckstücke.
Wenn eines Tages die Batterie leer ist, kann man relativ schnell eine neue bekleben. Was noch fehlt, ist etwas Glitter zum Kaschieren der Drähte.

Für einen Basteltisch am Messestand ist diese erste Version noch nicht geeignet, weil der „Wire Glue“ über Nacht trocknen muss.
Dafür suche ich noch eine Lösung mit Klammern oder einem dezenten Batteriehalter, so dass die Knopfzelle nicht direkt beklebt werden muss.

Entspannt zur Arbeit – ein Testbericht

Ausnahmsweise gibt es heute keinen Bastelbericht, sondern einen Erfahrungsbericht über Active Noise Cancelling.

Zusammenfassung

  • Der „MM 450-X“ von Sennheiser spielt seine Stärken bei statischem Lärm aus.
  • Stadtgeräusche bleiben zuverlässig unter der Schmerzgrenze.
  • Fremdes Gelaber verschwindet unter der Zuhörzwanggrenze.
  • Perfekte Wirkung entfaltet sich zusammen mit White Noise.
  • Für Wind wird sinnloser Antischall erzeugt, denn man als lästiges Zischen hört.
  • Mancher Antischall wird zu spät abgespielt, was als verzerrtes Echo zu hören ist.

Ausschweifender Erfahrungsbericht

Bisher hatte ich mir den Straßenverkehr in voller Lautstärke angetan. Nur in krassen Ausnahmefällen wie tratschenden Sitznachbarn oder schreienden Kindern benutzte ich wiederverwendbare Ohrstöpsel von SonicShop. Leider dämpfen Stöpsel relativ schlecht, sitzen dabei unbequem und sehen blöd aus.

Außerdem habe ich einen Nachbarn, der mir gelegentlich seine Musik durch die Wand aufzwingt. Nein, ich gehöre nicht zu den Leuten die in gleicher Lautstärke dagegen halten bis die Hütte einstürzt.

Als Universallösung schaffte ich mir nun den Kopfhörer „MM 450-X“ mit Active Noise Cancelling von Sennheiser an. Kaufentscheidung war, dass er unter denen mit guten Testberichten der einzige Bezahlbare mit Bluetooth war. Außerdem hatte ich gute Erfahrungen damit, für ältere Sennheiser-Kopfhörer noch Ersatzteile zu beschaffen (ja, ich repariere Dinge, bevor ich sie wegwerfe).
Die Antischall-Funktion heißt hier „NoiseGuard“. Man kann sie mit einem Knopf ein-/ausschalten, und zwar unabhängig davon, ob der Kopfhörer mit einem Abspielgerät verbunden ist.

Trockenschwimmen

Erste Tests in der ruhigen Wohnung. Die Uhr tickt, mit eingeschaltetem „NoiseGuard“ tickt sie deutlich leiser. Was allerdings stört, ist das leise Knistern und Rauschen, welches der „NoiseGuard“ selbst erzeugt. Kaum schaltet man die Funktion ein, prasselt es in beiden Ohren. Dadurch erweist es sich als sinnlos, mit dem Kopfhörer das Lüfterrauschen des Notebooks auszublenden. Ich tausche damit nur das tiefe Rauschen des Rechners gegen das helle Rauschen des „NoiseGuard“.

Musik per Bluetooth

Dann verbinde ich den Kopfhörer per Bluetooth mit meinem Blackberry, was anstandslos funktioniert. Die PIN „0000″ lässt sich nicht ändern. Das finde ich etwas schade, aber praktisch harmlos.

Naturklänge wie Vogelstimmen klingen ganz gut, aber bei einem Mozart-Konzert bin ich dann froh, dass ich die Musik kenne und mein Gehirn die Lücken eigenmächtig interpoliert. Irgendwie klingen die Höhen dünn und das Grundrauschen verschmiert die Perkussion. Mit Kabel statt Bluetooth ändert sich nichts. Allerdings kann ich derzeit nicht beurteilen, wie viel Klangqualität bereits der Blackberry verdirbt.

Erster Erfolg und Misserfolg

Ich schalte zusätzlich das Kofferradio ein und höre … nichts!
Ich nehme den Hörer kurz ab, da höre ich ganz deutlich den Rundfunksprecher.
Ich setze ihn wieder auf, konzentriere mich und höre nun ein leises, unverständliches Gemurmel. Nach fünf Sekunden hat mein Gehirn es ausgeblendet.
Das wiederum überzeugt mich. Wenn es gegen Rundfunk hilft, dann auch gegen laute Sitznachbarn in der Bahn.

Dann passiert etwas Ungeplantes: Die Nase kitzelt … und trickst den „NoiseGuard“ aus. Mein eigenes Niesen höre ich zuerst, kurz danach den Gegenschall. Eigentlich klar: Der Schall ist von innen zuerst am Ohr, Mikrosekunden bevor er das Mikrophon erreicht. Witzig! :)

Berufsverkehr

Am nächsten Morgen begleitet mich der Kopfhörer zur Arbeit. An der Haltestelle setze ich die Kopfhörer auf und erstmal fällt mir gar nicht so viel auf. Ein Auto hupt, das höre ich noch deutlich, es tut nur ausnahmsweise nicht im Ohr weh. Bisher gefällt mir das Ergebnis: Ich habe das Gefühl, alles um mich herum zu hören, nur klar unterhalb der Schmerzgrenze. Obwohl es allgemein leiser ist, bleibt das „taube Glaskasten-Gefühl“ aus, das mich an Ohrstöpseln immer störte.

Gewöhnungsbedürftig ist nur der Wind, vor dem mein Ohr abgeschirmt ist, jedoch nicht das außen sitzende Mikrophon. Das heißt, der „NoiseGuard“ pustet mir für jede Böe einen Antischall ins Ohr, obwohl der Original-Windhauch nie bei mir angekommen ist.

Nach einer Minute hebe ich den Hörer vorsichtig hoch, um einen Vergleich zu bekommen. Ich hätte gar nicht gedacht, wie laut es wirklich ist!

Zeitversatz

Ich steige in die Straßenbahn, das Anfahrgeräusch klingt verschwommen. Dann rumpeln die Räder: Jedes echte „Rumms“ der Bahn ist leise; Sekundenbruchteile danach folgt ein ähnlich leises, aber unerwartetes „Wusch“. Ich vermute, dass es derselbe Effekt ist, der mir gestern beim Niesen aufgefallen ist. Fahrgeräusche, die über den Sitz in meine Knochen übertragen werden, gelangen über den Kiefer schneller ins Ohr als übers Trommelfell. Deshalb höre ich das Rumpeln, bevor das Mikrophon es mitbekommt, und dann den Antischall kurz danach.
Eine andere Theorie ist, dass der „NoiseGuard“ einfach nicht schnell genug ist und den Antischall für kurze Geräusche zu spät generiert.

Die Mischung aus Menschen und Motorgeräusch ist aber angenehm leise. Die Ansagestimme aus dem Lautsprecher ist hervorragend verständlich, so dass ich trotzdem keine Haltestelle verpasse. Wobei ich anmerken muss, dass die Durchsagen in Hannovers Straßenbahnen oft schmerzhaft laut krächzen. Der Antischall reduziert sie genau auf ein angenehmes Maß, wie vorhin die Autohupe.

Nun schalte ich etwas Musik dazu. Brahms „Ungarische Tänze“ machen einen ungewohnt eintönigen, dumpfen Eindruck. Aber bei bekannten Melodien brauche ich zum Glück nur Andeutungen, um den Rest im Kopf spielen zu lassen. Immerhin muss ich nicht laut aufdrehen, die Musik legt sich zuverlässig über die Reste der Umgebungsgeräusche.

Entzugserscheinungen

Nach zwanzig Minuten bemerke ich, dass meine Sitznachbarn quatschen. Grandioserweise fällt mir nur ein unverständliches, leises Gemurmel auf, welches nicht beim Lesen stört. Probeweise hebe ich den Kopfhörer an … und bin entsetzt! ENTSETZT davon, wie laut die Realität ist. Plötzlich dröhnen das Gerede der Passagiere und das Motorgeräsuch der Bahn auf mich ein. Jedes Rumpeln auf unebenen Schienen ist ein knackiges „Rumms“.

Wie habe ist SOWAS bloß jeden Morgen ausgehalten? Schnell setze ich den Hörer wieder auf. Der Lärmpegel normalisiert sich sofort, die fremden Gespräche verschwimmen, auch die Räder unter mir machen nur noch „rmm…wusch“ statt „RUMMS“.

Am Ziel packe ich den Köpfhörer natürlich ein. Kein Gehörschutz im Straßenverkehr! Zu leicht könnte man ein Auto überhören.

Rückfahrt

Abends wiederholt sich das Experiment. Diesmal warte ich im dichtest möglichen Berufsverkehr an einer Haltestelle, die sich mitten in die Vahrenwalder Straße zwängt. Wer diese Straße nicht kennt: Seid froh! Sie ist ein sechsspuriges „Stadttor“ zwischen A2, Flughafen und Hannover-Innenstadt. Die Straßenbahn verkehrt in der Mitte davon, mit möglichst schmalen Tiefbahnsteigen ohne Geländer. Transporter und fette Dienstwagen dröhnen mit Tempo 50 so dicht am Bahnsteig vorbei, dass einen fast die Außenspiegel streifen.

Hier zeigt der „NoiseGuard“ sein wahres Potenzial: Kaum setze ich den Kopfhörer auf, sind die Autos weg! Also, wenn ich hinschaue, rollt der Stau noch. Aber der brutale Lärm ist gefühlt auf 10% reduziert.
Nach einer Minute wieder die Gegenprobe. Ich hebe den Hörer an – und bin ENTSETZT! Wie habe ich DAS jeden Abend ausgehalten? Schnell wieder ausblenden … kurz darauf verpasse ich beinahe die Bahn, weil ich sie nicht einfahren höre.

Weißes Rauschen

Unterwegs will ich nur meine Ruhe, bloß keine Musik. Das asynchrone „Wusch“ nach jedem Holpern der Räder unterhält mich eine Weile. Ist schon lustig, wie der minimal verspätete Antischall ein lautes Geräusch in zwei kurz aufeinander folgende leise spaltet.

Dann fällt mir der White-Noise-Player von vorletztem Jahr ein. Wie klingen die Naturgeräusche wie Meeresrauschen, Regenrauschen, Wasserfallrauschen hier?
Ich spiele das Regenrauschen ab, das ich bisher ausschließlich als White Noise zum Schlafen gehört habe. Innerhalb weniger Sekunden scheint die Umgebung zu verblassen. Das künstliche Rauschen mischt sich mit den Rest-Umgebungsgeräuschen und dem Eigenrauschen des „NoiseGuard“, gefühlt überdeckt es sie sogar.
Der Effekt: Mein Hirn schaltet auf „Gute Nacht“; wie durch Magie fühle ich mich entspannter und ruhiger, als es möglich sein dürfte. Da ist es richtig schade, dass ich schon am Ziel bin und den Hörer einstecken muss.
Denn, ganz wichtig: Als Fußgänger bitte immer alles hören!

Fazit

Active Noise Cancelling ist kurz gewöhnungsbedürftig, macht aber schnell süchtig. Man sollte nicht erwarten, dass Umgebungsgeräusche komplett verschwinden. Stark gedämpft wird nur relativ statischer Lärm, alle kurzfristigen Geräusche wie Durchsagen und Hupen werden lediglich unter die Schmerzgrenze gedrückt. Das ist auch gut so, denn sonst könnte man Wichtiges überhören.
Die Physik lässt sich natürlich auch nicht überlisten, so lassen sich interessante Phänomene der Akustik beobachten.
Mein Gesamturteil besteht darin, dass ich den Kopfhörer nicht wieder hergebe. Fürs Nachfolgeprodukt wünsche ich mir jedoch eine Wind-Erkennung.

Noch eine Sonnenfinsternis-Fotoserie

Der Himmel führte ein zweistündiges Unterhaltungsprogramm vor. Doch auf dem Erdboden saß man viel zu weit von der Bühne, um wirklich was zu sehen.

Anders ausgedrückt: Hier war die Sonnenfinsternis eher eine kleine Angelegenheit. Eine die nach großen Brennweiten verlangte.

Für alles im Haus, was ein Objektiv besaß, wurde rechtzeitig eine Schutzkappe mit Teleskop-Sonnenfilterfolie beklebt. Als bester Stellplatz fürs Stativ erwies sich – treffenderweise – eine Nische hinter dem Gartensolarmodul.

Erstkontakt, Maximum und Abschied wurden mit einem 400mm-Objektiv eingefangen. In der Wartezeit dazwischen fixierte ich die Kamera mit einem Standardobjektiv auf dem Stativ, so dass als Wegmarke ein Stück des Kirchturms im Bild war. Schnell ein Schnappschuss als Hintergrund, dann kam der Folienfilter wieder drauf und alle paar Minuten wurde das nächste Einzelbild geknipst.

Übereinandergelegt zeigt die Serie nicht nur den Verlauf des Mondschattens, sondern zusätzlich den Weg der Sonne über den Himmel.
Am unteren Bildrand befindet sich als Wegmarke ein Kirchturm, darüber – dunkel hinterlegt – die Schnappschüsse von der Sonne.

Vogelspielplatz auf Fertigteil-Basis

Liebe Hersteller von Heimtierbedarf! Wollt ihr meine Vögel bespaßen, oder dem Tierarzt teure Notfälle zuliefern? Die meisten handelsüblichen Vogelspielplätze sind entweder einsturzgefährdet, oder sind per se ein Verletzungsrisiko. Trotzdem bin ich oft zu faul, um die Landeplätze meiner Kanarienvögel komplett selbst zu basteln. Also habe ich mich für eine Zwischenlösung entschieden: Die vormontierten Teile eines „Vogelschrottplatzes“ werden um Fallen und Tretminen reduziert, sowie mit vernünftigen Ästen aufgefüllt.

Gestern fand ich in einem Zooladen diesen hier:

Vogelspielplatz_Anleitung

Vormontiert waren glitzernde Fußfallen, in die man wohl Schaukeln einhängen sollte, auf welchen meine Vögel eh nicht spielen. Die Landestangen aus krallenfeindlichem Pressholz waren in Quietschfarben gestrichen, denen man schon ansah, dass sie größtenteils aus Umweltgift und Schadstoffen bestehen. Der ganze Müll kam zunächst runter:

Vogelspielplatz_SpitzeTeile

Außerdem sah meine Hecke schon wieder aus, als wohnte hier Dornröschen. Also schnell den Haselstrauch zurückgeschnitten – schon hatte ich mehr als genug knabbergesunde Zweige, die sich leicht in die vorgebohrten Löcher quetschen ließen. Lackiert sind jetzt nur noch die vertikalen Hölzer, der Kasten aus Spanplatten wird ohnehin mit Sand gefüllt. Auf so einen Landeplatz lasse ich meine Vögel schon eher:

Flocke lauerte beim Aufbau über mir und nahm den Platz sofort an.

Besser träumen mit Klangkissen

Am Anfang dieser kleinen Recycling-Aktion standen zwei Fragen:

  1. Was mache ich mit meinem ausgedienten Kopfhörer-Rest respektive Akustik-Koppler?
  2. Wie kann ich besser schlafen?

Vor etwa 15 Jahren hatte ich einen Kopfhörer mit flachen Muscheln, der jedoch schnell ausgemustert wurde, weil er auf die Ohren drückte. Als ich später in die PSK31-Funkerei einstieg, grub ich ihn aus, montierte den Bügel ab und band das Mikrophon des Transceivers mit Klettband auf eine der Muscheln. Fertig war der Akustik-Koppler. Mittlerweile verwende ich ein anständiges Datenkabel für Digimodes, so wurden die Kopfhörer-Muscheln erneut ausgemustert

Vor Kurzem wollte ich die dezente Beschallung mit „Weißem Rauschen“ und Naturklängen ausprobieren, um schneller und besser zu schlafen. Allerdings hat mein Schlafzimmer bisher keine Musikmöglichkeit und neue platzfressende Geräte passen nicht so recht hinein. Aber mit Kopfhörern kann man doch erst recht nicht schlafen! Also mal suchen, wie es andere machen … es gibt vielfältige Selbstbau-Anleitungen mit handgenähten Kissen, eingenähten Lautsprechern und überflüssiger Komplexität. Der Markt bietet überteuerte „Hörkissen“ und Schlaf-Kopfhörer an.

Da fiel mir der Kopfhörer-Rest mit den flachen Muscheln wieder ein. Letztere können ausreichende Lautstärken wiedergeben und kuscheln sich quetschzonenfrei unters Kissen. Da dran kommt ein billiger MP3-Player, welcher sich zwischen Matratze und Bettgestell klemmen lässt. Das Kabel wird ebenfalls hinter der Matratze versteckt, fertig ist das Sound-Kissen.

Musikkissen

Bisher mache ich nur positive Erfahrungen mit den Hörermuscheln unterm Kopfkissen: Es ist herrlich, das Gesicht mitten in den Klang kuscheln zu können. Ich bin morgens sofort wach und daher eine Stunde früher im Büro, so dass ich eine Stunde früher Feierabend habe. So gewinne ich durch nächtliche Beschallung täglich eine Stunde mehr Freizeit. Damit hatte ich, ehrlich gesagt, gar nicht gerechnet.

Mit Meeresrauschen oder Regengeprassel unterm Kissen schlafe ich sogar ein, wenn andere Menschen im Raum sind – bisher ein absolutes No-Go. Umso besser, dass das Ding in jedes Reisegepäck passt. Mit dem Klettband, das früher das Mikrophon am Koppler fixierte, lässt sich das Ding zu einem handlichen Päckchen aufrollen.

Klangkissen gefaltet

… und wenn neben mir noch jemand nicht schlafen kann, gebe ich einfach eine Geräuschquelle ab. Gute Nacht!

Tupperdosen-Dipol

Neulich gabs im Supermarkt billige Plastikdosen. Mein Essen würde ich da nicht rein tun, aber als geräumige Halterung für eine Antenne sahen sie nett aus.

Plastikantenne_1

Dann probieren wir es doch mal aus. Zunächt bohren wir genug Löcher in die Dose …

Plastikantenne_2

… dann ziehen wir den 1:1-Balun aus einer noch schlimmeren Antenne hierher um.

Plastikantenne_3

Jetzt werden die Winkelstücke an die Unterseite geschraubt.
Anschließend werden die Teleskoprohre durch die seitlichen Löcher geschoben und auf die Schrauben gedreht, welche bereits das Kabel halten.

Plastikantenne_4

Damit kein Kurzschluss zwischen Teleskoprohr und Ringkern entsteht, quetschen wir ein Stück altes Linoleum dazwischen.

Plastikantenne_5

Schon ist der Dipol fürs 6m-Band fertig. Jede Seite ist ausgezogen 1,40m lang. Eingeschoben wird sie kaum noch sichtbar sein, wenn der Mast bald Blätter bekommt.

Plastikantenne_6

Projekt Blumenkasten – Version 0.1

Nachdem der Solar-Logger in der ersten Frühlingssonne verbrannte, folgt nun ein Projekt ohne Elektrizität: Wie viel Gemüse lässt sich mit einfachsten Mitteln formschön auf geringer Grundfläche züchten? Das Beet sollte gleichermaßen spießernachbarnkompatibel, effizient und einfach sein.

Als erste Version ist ein vertikales Konstrukt auf Basis eines fertig gekauften Pflanzkübels entstanden. Es folgt die Teileliste, das Foto ersetzt den Bauplan.

  • 1 breiter Blumenkübel mit Holzverkleidung
  • 1 Rankgitter aus Holz
  • ca. 6m Metallschienen (gelochtes Winkelprofil, verzinkter Stahl)
  • Holzschrauben
  • Zylinderschrauben mit Muttern
  • Blumendraht
  • Werkzeug: Akkuschrauber, Metallsäge

Blumenkasten - Version 0.1

Im Kübel ist Platz für drei gelbe Rüben und fünf Rosenkohl-Pflanzen. Am Metallgestänge können ca. 20 Blumentöpfe hängen; auf dem Bild sind dort Spinat, Mangold und Kräuter untergebracht. Das Gitter kann berankt und mit weiteren Töpfen behängt werden, je nach Sorten sogar gleichzeitig.